Mit der Schaluppe über die Maas-Seen
Die Maas-Seen ziehen uns jedes Mal aufs Neue in ihren Bann, wenn wir nach Roermond fahren. Als echte Limburger sind mein Partner Marcel und ich neugierig darauf, wie es sich anfühlt, die Region vom Wasser aus zu erleben. An einem sonnigen Freitagnachmittag beschließen wir gemeinsam mit unseren Freunden Tanja und Rob, die Leinen loszuwerfen und Mittellimburg einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu entdecken.

Wir starten unsere Tour am Boschmolenplas im kleinen Ort Panheel. Das Dorf liegt auf einer Halbinsel, umgeben vom Wasser der Maas-Seen. Die Maas-Seen entstanden durch den großflächigen Kiesabbau, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus den ehemaligen Kiesgruben entwickelte sich ein weitläufiges Netz von Seen. Mit einer Fläche von mehr als 3.000 Hektar bilden sie heute das größte zusammenhängende Wassersportgebiet der Niederlande.
Rund um den Boschmolenplas herrscht reges Treiben. Urlauber, Boote, Ferienhäuser und gemütliche Restaurants sorgen für eine lebendige Atmosphäre. Hier mieten wir unsere komfortable Schaluppe. Nach einem herzlichen Empfang und einer kurzen Einweisung legen wir ab. Auf der Übersichtskarte ist genau eingezeichnet, wo gefahren werden darf und welche Bereiche gemieden werden sollten. Dass eine solche Karte unverzichtbar ist, merken wir unterwegs schnell: Wir beobachten ein Segelboot, das auf eine flache Stelle geraten ist. Entlang der Ufer sind viele Bereiche überraschend seicht.
Mit ruhiger Fahrt über die Maas-Seen
Wir entscheiden uns für eine Route Richtung Süden, vorbei an Wessem bis nach Ophoven und Kessenich in Belgien. Schon nach kurzer Zeit fällt mir auf, wie vielfältig der Bootsverkehr auf den Maas-Seen ist. Motorjachten, Speedboote, wendige Laser-Segelboote und klassische Segelyachten kreuzen unseren Weg. Dazwischen treiben sogar schwimmende Ferienhäuser vorbei, auf denen man mehrere Tage verbringen kann. Mitten zwischen all diesen Booten paddelt ein Kanufahrer ganz entspannt aus eigener Kraft über das Wasser.
Wir gleiten gemächlich Richtung Ophoven und genießen das echte Wassersportgefühl. Nachdem wir den Nederweert-Kanal überquert haben, öffnen wir die mitgebrachte Flasche Champagner. Ein Freitagnachmittag auf dem Wasser, wir stoßen auf eine sichere und schöne Fahrt an.
Anlegen in Stevensweert
Unterwegs gibt es zahlreiche Möglichkeiten, anzulegen. Ob an einer gemütlichen Terrasse oder in den kleinen Häfen von Wessem, Thorn oder Stevensweert – überall laden schöne Orte zu einer Pause ein.
In Stevensweert, der „Insel in der Maas“, können Sie entlang der historischen Festungsanlagen spazieren. Der Erdwall mit seinen sieben Bastionen und fünf Ravelins bildet zusammen mit dem charakteristischen Straßenmuster ein geschütztes Ortsbild. Nicht ohne Grund wurde Stevensweert von den Mitgliedern des niederländischen ANWB zu einem der schönsten Festungsstädtchen der Niederlande gewählt.
Wenn Sie mehr über die Geschichte des Ortes erfahren möchten, lohnt sich ein Besuch im Maaseiland Museum.
Belgisches Bier an der Maas
Da wir unsere Schaluppe nur für den Nachmittag gemietet haben, nehmen wir Kurs auf Ophoven. Dort wartet im Maasbrasserie ’t Tegelhuuske bereits ein kühles belgisches Bier auf uns. Mit eigenem Anleger, einer Terrasse direkt an der Maas und einer entspannten Atmosphäre fühlt es sich fast wie ein kleiner Ausflug ins Ausland an.
Wer die Schaluppe für einen ganzen Tag mietet, kann von hier aus sogar bis nach Maaseik weiterfahren. Wir machen uns dagegen auf den Rückweg nach Panheel. Unterwegs begegnen wir wunderschönen Naturszenen, darunter Konikpferde, die am Ufer Abkühlung suchen. Diese ursprünglich aus Polen stammenden Pferde verdanken ihren Namen dem polnischen Wort konik, das „kleines Pferd“ bedeutet. Durch ihre Beweidung bleibt das Gras entlang der Ufer kurz und die Natur im Gleichgewicht.
Den Tag auf der Terrasse ausklingen lassen
Pünktlich kehren wir zum Anleger zurück und lassen den Tag bei einem ausgedehnten Abendessen auf der Terrasse des Restaurants Boschmolenplas ausklingen. Passend zu unserem Tag auf dem Wasser entscheiden wir uns für ein Sushi-Boot. Die Gastgeberin nimmt sich für jeden Gast Zeit und wir genießen die entspannte Atmosphäre. Ein stimmungsvoller Abschluss eines wunderbaren Tages an den Limburger Maas-Seen.
Route Richtung Norden
Vom Boschmolenplas aus können Sie auch in Richtung Norden nach Roermond und Asselt fahren. Legen Sie in Roermond an und genießen Sie ein Getränk auf einer Terrasse an der Roerkade, schlendern Sie durch die historische Altstadt oder besuchen Sie die Munsterkerk.
Im malerischen Asselt, das Sie vom Ausgangspunkt aus nach etwa drei Stunden erreichen, lädt das Restaurant Maaszicht zu einer Eisbecher-Pause auf seiner Terrasse ein. Ebenfalls sehenswert ist die Dionysiuskirche aus dem 11. Jahrhundert. Sie gehört zu den ältesten Bauwerken der Niederlande und hat zahlreiche Hochwasser der Maas überstanden. Ein Halt lohnt sich auf jeden Fall.
